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Welttag des Buches

Wir, die Klasse 5a, besuchten am Dienstag, den 25.04.17 das Geschäft "Buch & Spiel & Kunst" von Frau Pree.
Anlass war der Welttag des Buches , der jedes Jahr am 23.April gefeiert wird. Wir sahen, dass sie viele verschiedene Bücher in ihrem Laden hat. Nachdem sie alle unsere Fragen beantwortet hatte, durften wir uns in ihrem Geschäft umsehen. Schließlich bekamen wir das Buch "Das geheimnisvolle Spukhaus" geschenkt, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten.

Adriana Bauer, Lisa Dorfner und Emma Döring.

Welttag des Buches
am 23. April 2014 zum 20. Mal

Historie

Seit 1995 wird - initiiert durch die UNESCO - am 23. April der "Welttag des Buches" und des Urheberrechts der Autoren gefeiert. Dieser Feiertag für das Lesen, für Bücher und für die Kultur des geschriebenen Wortes geht zurück auf den Georgstag und hat seinen Ursprung in Katalonien. Am Namenstag von Sant Jordi oder San Jorge, der auch Schutzheiliger von Katalonien ist, schenkten bereits im Mittelalter die Männer ihren Angebeteten rote Rosen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird dieser Brauch ein wenig ausgeweitet, denn im Gegenzug erhält der Mann von der Frau ein Buch als Geschenk.

In Spanien geht der Ursprung des Tags des Buches auf das Jahr 1926 zurück. König Alfons XIII. erklärte per Königlichem Dekret den 7. Oktober zum Feiertag des spanischen Buches. 1930 wurde das Datum auf den 23. April verlegt, um der Schriftsteller William Shakespeare [* 1564] und Miguel Cervantes [* 1547] zu gedenken, die am 23. April 1616 starben bzw. beigesetzt wurden. In England galt 1616 noch der Julianische und nicht der Gregorianische Kalender, sodass Shakespeare nach dem jetzigen Kalender am 3. Mai starb.

In Spanien wird am 23. April auch der Cervantes-Literatur-Preis verliehen, der wichtigste Literaturpreis in der spanischsprachigen Welt, der dort ähnlich angesehen ist wie auf internationaler Ebene der Literaturnobelpreis.

Welthauptstadt des Buches

Seit 2001 ernennt die UNESCO auch eine Welthauptstadt des Buches. Madrid war 2001 die erste Weltstadt des Buches. Ihr folgten Alexandria (2002), Neu-Delhi (2003), Antwerpen (2004), Montreal (2005), Turin (2006), Bogotá (2007), Amsterdam (2008), Beirut (2009), Ljubljana (2010), Buenos Aires (2011), Yerevan (2012), Bangkok (2013) und 2014 Harcourt in Nigeria. Von einer Weltbuchstadt wird erwartet, dass das Buch und das Lesen gefördert werden.

Abenteuer Lesen. Ein Blick zurück

Lesen ist uralt. Bereits in der Steinzeit wurden Geschichten in Form von Zeichnungen an Felswände geritzt, die Ägypter verfeinerten dieses System mit ihren Hieroglyphen. Was beim Brand der Bibliothek von Alexandria an Wissen und Kulturgut verloren ging, ist nicht mehr zu ermessen. Im Mittelalter wurden in vielen Klöstern in den Bibliotheken handschriftliche Abschriften von Büchern angefertigt, um das darin enthaltene Wissen in bestimmten Kreisen weiterzureichen. Erst mit Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks im Jahre 1450 in Mainz wurde der Grundstein für eine allgemeine Verbreitung des Buches gelegt, die 1522 mit der Übersetzung der Bibel durch Martin Luther auf der Wartburg einen ersten Höhepunkt erreichte. Mit dieser Übersetzung schuf Luther auch die bis heute gültige deutsche Hochsprache und den Weltbestseller schlechthin, denn die Bibel gilt bis heute weltweit als das am meisten gedruckte und gelesene Buch.

Lesen ist wichtig. Lesen ist ein Abenteuer. Es entspannt, entführt den Leser in andere Welten, reißt ihn für einen Moment aus dem Alltag. Vor seinem geistigen Auge bekommen die Protagonisten Gesichter, Städte und Länder werden zum Leben erweckt. Vielleicht hat Michael Ende (1929 - 1995) mit seiner "Unendlichen Geschichte" das größte Plädoyer für das Lesen geschrieben: Der Leser wird Teil der Geschichte, ohne ihn kann sie nicht leben, nicht existieren.

Nicht nur Bücher

Doch lesen bedeutet nicht nur das Lesen von Büüchern. Lesen ist etwas, was uns tagtäglich begegnet. Jetzt gerade, beim Lesen dieses Artikels zum Beispiel. Beim Lesen eines Straßenschildes, des Spielstandes Bayern München gegen Real Madrid, im Supermarkt auf der Suche nach den Sonderangeboten oder der Preisstand des Liters Benzin, die Bedienungsanleitung, die Fernsehzeitschrift, die Kurznachricht auf dem Handy, die E-Mails im Computer oder die Internetseite, auf der man sich informieren möchte.
Tendenziell lesen wir heute eigentlich mehr als noch vor einem oder zwei Jahrzehnten. Allerdings hat jedes Medium eine spezielle Lesart. Einen Roman liest man von vorn bis hinten, nach Möglichkeit mit nicht allzu langen Zeitabständen, damit man der Handlung folgen kann und den Faden nicht verliert. Im Internet pickt man sich dagegen gezielt Informationen heraus und gelangt über Links zu weiteren Informationen. Ähnlich verhält es sich mit der Bedienungsanleitung, die man selten von vorn bis hinten liest, sondern gezielt nach dem Abschnitt sucht, der die Lösung des Problems enthält. Und bei einer Zeitung sind es die Überschriften, Fotos und eventuell der Vorspann, die den Leser dazu veranlassen, den Artikel weiterzulesen oder gleich zum nächsten überzuspringen. Bei wissenschaftlichen Texten arbeiten Forscher und Studenten hingegen sehr genau und unterstreichen oft sogar Textpassagen oder Schlüsselwörter. Und die begrenzte Wortzahl, die auf Handys oder Smartphones zur Verfügung steht, hat zu einer ganz eigenen Sprache und Symbolik geführt.

Klassiker Buch

Der Klassiker aber ist und bleibt das Buch. Etwa jeder zweite Deutsche kauft regelmäßig Bücher und gibt im Schnitt 100 Euro im Jahr für diese Form der Lektüre aus. Hörbücher, die in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erfuhren, gefährden das gedruckte Buch nicht, da sie meist zusätzlich erworben werden, um Literatur auch in Situationen zu genießen, in denen man kein Buch zur Hand nehmen kann, wie beispielsweise beim Autofahren. In wieweit sich das elektronische Buch, das E-Book, das sog. Kindle, durchsetzt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Lesen bildet

In der EU wird in Schweden und Finnland am häufigsten gelesen. Obwohl die Kinder von heute zwar in einer Multimediawelt mit Internet, Handy und all den anderen technischen Errungenschaften groß werden, Lesen gehört nach wie vor zu den Grundfertigkeiten für ein Kind, damit sich seine Fantasie und Kreativität entfalten.
Vorlesen oder das Betrachten von Bilderbüchern ist viel sinnvoller und wichtiger für die Förderung des Lesens und der Fantasie. Lesen ist auch eine Grundfertigkeit, die dazu führt, dass Schüler auch in anderen Fächern gute Leistungen erzielen.

Tägliches Vorlesen. Eltern als Vorbilder

Je früher man Kinder also an das Lesen heranführt, desto eher nimmt man ihnen die Angst und schenkt ihnen eine Welt voller Abenteuer, Entdeckungen und Ideen. Der Grundstein dazu wird seit jeher im Elternhaus gelegt. Die Eltern sollten als Vorbild fungieren und das Lesen in den Alltag einbinden, in den eigenen und in den des Kindes, indem sie beispielsweise vor dem Schlafengehen eine kleine Geschichte oder ein Märchen vorlesen. Empfehlenswert wäre, mit den Kindern bis zu ihrem siebten Lebensjahr zu lesen, da so das Buch ein fester Bestandteil ihres Lebens wird und sie keine Angst vor dem Lesen haben. Im Gegenteil, oftmals können die Kinder es gar nicht erwarten, selber lesen zu können. Wer mit Büchern groß wird, entwickelt oft eine emotionale Bindung zu ihnen und wird deshalb auch immer gerne lesen und sich so die bunte Welt des Geschriebenen erschließen.
Eine Welt ohne das Buch, ohne das geschriebene Wort wäre wie eine Welt ohne Musik, ohne Sprache, ohne Ausdruckskraft, ohne Leben, wäre . . . leer.

Robert Erdl im März 2014


Weiterführende Informationen zu:

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