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Veranstaltungen

Journalisten-Workshop mit Peter Linden am MGF



"Überschriften, die immer gehen, gehen nie!" So lautet einer der Leitäätze, die Peter Linden den 20 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe zehn bis zwölf am 24.01.18 im Rahmen des Workshops "Journalismus" beizubringen versuchte.
Der ehemalige Deutschlehrer und Sportredakteur der Süddeutschen Zeitung, der nun für das Coachen von Journalisten oder auch Bundestagsabgeordneten zuständig, besuchte das Maristengymnasium und versuchte den Schülern einen Einblick in die Journalistenausbildung zu geben. Vor allem befasst sich Peter Linden intensiv mit der Leserforschung, was den Schwerpunkt des Workshops darstellte.
So könne man empirisch, also anhand von messbaren Daten, herausfinden, an welcher Stelle Leser "aus einem Text aussteigen", also ab wann sie zu lesen aufhören. In diesem Zusammenhang durften die Schüler einen Selbstversuch starten, indem sie zunächst 21 Minuten – so lange liest der Durchschnittsdeutsche täglich Zeitung - eine Ausgabe der PNP sichteten und markieren sollten, an welcher Stelle sie die jeweiligen Artikel abbrachen. Daraufhin wurden die Ergebnisse gemeinsam ausgewertet und Peter Linden erklärte, weshalb ein Text unattraktiv wird und die Leser den Text folglich nicht bis zum Ende lesen: Dies kann beispielsweise am fehlenden Neuigkeitsgehalt der Informationen, der übermäßigen Verwendung von Passivkonstruktionen oder an dem zu sparsamen Einsatz von aussagekräftigen Verben liegen.
Doch bevor man überhaupt mit dem Lesen eines Artikels beginnt, spielen wichtige Faktoren wie die Überschrift oder ein Bildimpuls eine erhebliche Rolle. Dabei gibt es einiges zu beachten: Während Begriffe wie "Rekord" oder "überraschend" in %Uuml;berschriften den Leser anziehen, sollten Verben wie "wollen" oder "wünschen" vermieden werden. Ebenso werden Texte mit nichtssagenden Überschriften, die sich somit für unzählige Artikel verwenden ließen, von nur etwa von 20% der Leser beachtet, wohingegen stichhaltige Überschriften das Interesse von mindestens 60% der Leser auf sich ziehen. Ein wichtiger Tipp dabei: Ausdrücke benutzen, die auch man verwenden würde, wenn man den Artikel googeln würde! Außerdem kann ein Text spannender gestaltet werden, wenn man ein Bild einfügt oder ihn nach dem Prinzip der Parallelmontage aufbaut, also zwei gleichzeitig ablaufende Geschehnisse aus verschiedenen Sichtwinkeln betrachtet.
Peter Linden betonte bei seinen Ausführungen stets, dass diese Regeln nicht nur für Zeitungsartikel, sondern grundsätzlich für alle Textformen gelten und sich auch Lehrer über originelle und interessante Schüleraufsätze freuen.
So bleibt zu hoffen, dass sich die lehrreichen Erfahrungen der Workshop-Teilnehmer auch positiv auf ihre schriftstellerischen und schulischen Leistungen auswirken werden!

Anna und Johanna Krompaß, Q12



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