Tel 08502 / 9120-0 - Fax 08502 / 9120-50
info@mgfuerstenzell.de
94081 Fürstenzell, Schulstr. 18
Fächer > Englisch > Englisch Bericht 2014-15


Englisch am MGF 2014/15

Der Sturm nach dem doppelten Abiturjahrgang hat sich gelegt, doch die Wogen sind noch nicht ganz geglättet. Man möchte sagen, es läuft nicht ganz rund und es gibt durchaus noch nachzujustieren, nicht nur was die Stofffülle angeht.
So frage ich mich, wieso die Politik im bayerischen Schulwesen immer so sehr die Förderung der Individualität der Schüler betont – bis hin zur Forderung nach Inklusion, die ja vollste Individualität impliziert – und mit dieser Form des Abiturs, das für alle Schüler Mathematik und Deutsch als verpflichtende schriftliche Abiturfächer vorschreibt, quasi einen Einheitsdeckel auf alle Individualität knallt. Nichts gegen die Verpflichtung zu Deutsch und Mathematik, aber es wäre schon sehr viel für ein individuelleres Abitur gewonnen, wenn freigestellt wäre, ob diese Fächer schriftlich oder mündlich abgelegt werden könnten. Das käme den individuellen Neigungen der Schüler sehr viel mehr entgegen und hätte Auswirkungen auf die gesamte Fächerwahl, inklusive Englisch.

Nun, das Abitur ist auch diesmal gut überstanden und das nicht zuletzt, weil bei uns in großem Maße zu spüren ist, dass wir alle an einem Strang ziehen. Besonders die gemeinsamen Korrekturen machen dies deutlich, genauso wie die unproblematischen und wohlwollenden Absprachen in der Fachschaft, wenn es um Stoffabstimmungen, mündliche Schulaufgaben oder das gegenseitige Unterstützen mit Materialien geht. Das tut gut und dafür, liebe Kolleginnen und Kollegen, danke ich euch ganz herzlich.

Gewohnt groß ist auch das Engagement, was unsere Auslandsfahrten angeht. So stand am Ende der Sommerferien und der ersten Woche des ablaufenden Schuljahres unser Gegenbesuch in Atlanta (USA) auf dem Plan, der dank der guten Vorbereitung und Begleitung durch Erwin Gierl, Irmgard Bücherl und Jürgen Göschl für alle Beteiligten zu einem besonderen Erlebnis wurde.
Auch eine Studienfahrt nach England fand in diesem Schuljahr wieder statt, was besonders der Entscheidungsfreudigkeit und akribischen Vorbereitung von Horst Scherbl zu verdanken ist. Ihm stand bei der Fahrt Ute Hubner tatkräftig zur Seite.
An dieser Stelle den Schülern, die ihr bei den Fahrten dabei ward, ein großes Kompliment für ihre Disziplin und Zuverlässigkeit. Das tut uns Lehrern und Begleitern gut und spornt an, die Fahrten nicht dem Zeitdruck und Stress zu opfern, weil sie es einfach wert waren.

Wenn auch in diesem Jahr leider kein Schüleraustausch mit unserer Partnerschule in Dundalk (Irland) zustande kam wegen des enormen zeitlichen Aufwands zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen dieser Schule, so gab es doch den zaghaften Versuch durch Brieffreundschaften in den 7. und 8. Klassen Kontakte aufzubauen. Zugegeben, die frühen Ferien in Irland (ab Juni) und die möglicherweise deshalb ausbleibenden Rückschreiben seitens unserer irischen Freunde trüben die Freude ein wenig. Aber die Resonanz seitens unserer Schüler auf diese Idee war so gut, dass dies allemal einen zweiten Versuch im nächsten Schuljahr wert ist.

Einen zweiten Versuch gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit auch bezüglich eines Experiments, das ebenfalls in diesem Jahr zum ersten Mal stattgefunden hat. So nahm eine Englischgruppe der Q12 an einer Skype-Unterrichtsstunde (und einer „Gegenstunde“) mit einer Klasse der Maristenschule Istituto San Giovanni Evangelista in Rom unter der Leitung von Frau Alessandra Zeloni teil. Für die technischen Möglichkeiten auf unserer Seite hatte mit großem Einsatz Herr Klaus Brunhuber gesorgt. Inhalt der Stunden waren literarische Themen, die die jeweiligen Partnerklassen im Vorfeld vorbereitet hatten. Die gesamte Konversation fand in Englisch statt. Auch für eine Q12 anstrengend! Als Ergebnis dieses interessanten Experiments lässt sich festhalten, dass zwar die Ton- und Bildübertragung durch Skype begrenzt ist und dass für die Übertragung im Klassenzimmer mehr als nur ein Mikrofon zur Verfügung stehen sollte – am besten Funkmikrophone –, dass diese Methode aber eine gute Möglichkeit ist für Schüler, die z.B. durch Krankheit länger von der Schule abwesend sind, um am Unterricht und dem Klassengefühl teilzuhaben. Zum anderen ist es eine schöne Idee auf diesem Wege, uns und die anderen Maristenschulen in Europa – auch mit Hilfe anderer Verkehrssprachen wie Französisch oder Spanisch - zu vernetzen und näher zusammenzubringen.

Doch das Schuljahr 2011/12 kann mit einem weiteren Novum im Fachbereich Englisch aufwarten. Am 10. Mai stellten sich insgesamt 87 Schüler aus den 7. Klassen der Big Challenge 2012. Es handelt sich dabei um einen Sprachwettbewerb, der in ganz Deutschland durchgeführt wird und bei dem dieses Jahr insgesamt fast 200.000 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Jahrgangsstufen an den Start gingen, um ihr Wissen und Können in den Bereichen Landeskunde, Wortschatz, Grammatik und Phonetik unter Beweis zu stellen.
Angesichts der überaus großen Konkurrenz sind die erzielten Ergebnisse unserer Wettkämpfer umso beachtlicher. Leonhard Franz (7a) und Martin Köbler (7c) waren die Spitzenreiter unserer Schule auf Level 2, das dem 2. Lernjahr Englisch entspricht. Herzliche Gratulation!
Auf Level 3 zeichneten sich Timo Rottbauer (7d), Thomas Simet (7e), Sebastian Schreiner (7f) und Michael Aigner (7b) aus. Ein ganz besonderer Glückwunsch ergeht an Maria Zinsberger (7c), die sogar den Sprung unter die Top 10 Bayerns geschafft hat.
Allen Teilnehmern sei an dieser Stelle für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, sich neben dem Schulalltag diesem Wettbewerb zu stellen und unsere Schule zu vertreten, herzlich gedankt.
Ach ja, wenn ihr einmal ausprobieren wollt, wie gut ihr abgeschnitten hättet, hier ist der Link zum Trainingsquiz, das es übrigens für die unterschiedlichsten Schwierigkeitslevels gibt: http://www.thebigchallenge.com/de/acces_quiz. Einen „Wettbewerb“ der gehobeneren Klasse absolvierten zehn Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, die in diesem Jahr zu den Prüfungen des CAE, des Certificate of Advanced English antraten. Neu dabei war, dass die Tests für alle Schüler der Region erstmals am Maristengymnasium Fürstenzell stattfanden. Unter der sehr kundigen Leitung von Katharina Kluiber, tatkräftig unterstützt von Kolleginnen und Kollegen (auch aus anderen Fachbereichen) wurden diese an drei Samstagen im März durchgeführt. Allen ein ganz großes Dankeschön für das Engagement.
Sieben unserer Schüler haben übrigens diesen europäischen Sprachtest bestanden, was belegt, dass wirklich nur gute bis sehr gute Schüler eine echte Chance haben, den Sprachlevel C1 des europäischen Referenzrahmens bescheinigt zu bekommen – die Voraussetzung für das Studium an vielen Universitäten im Ausland. Wer es nicht weiß, mit dem Leistungskurs Englisch des G9 erreichten die Schüler automatisch diesen Level. Im G8 erreichen die Schüler offiziell nur mehr den Level B2/2+. Soviel zur Aufrechterhaltung des Bildungsniveaus im G8.

Ebenfalls sehr anspruchsvoll war ein Projekt, an dem vom 1. – 4. März das Maristengymnasium mit zwei Delegationen teilnahm, und zwar am internationalen Planspiel „Model United Nations of Stuttgart“. Dabei konnten die 14 Schülerinnen und Schüler des W-Seminars „Model United Nations“ zum ersten Mal selbst erfahren, wie Weltpolitik gemacht wird.
In simulierten Gremien debattierten die Schüler als Delegierte eines ihnen im Vorfeld zugeteilten Landes über weltpolitische Themen, handelten Kompromisse aus und verabschiedeten Resolutionen. Das alles natürlich auf Englisch. Dabei zählte nicht die persönliche Meinung, vielmehr musste die offizielle Position des zu vertretenden Staates möglichst realistisch wiedergegeben werden – für unsere Schüler keine einfache Aufgabe, immerhin waren ihnen von der Internationalen Schule in Stuttgart die ausgesprochen anspruchsvollen Länder Iran und Afghanistan zugewiesen worden. Normalerweise sind dies Länder, die von Schülern mit ausreichend Konferenzerfahrung vertreten werden. Nach einem ersten Schock nahmen die Schüler die Herausforderung an und arbeiteten sich ab Dezember sorgfältig in Themen wie „Wirtschaftswachstum und Umweltschutz“, „Online-Piraterie“, „Maßnahmen gegen die Ausbreitung des internationalen Terrorismus“ oder „Restriktionen im Gebrauch von Nuklearwaffen“ ein. Vor Ort sollte sich schließlich zeigen, wie wichtig eine gewissenhafte Vorbereitung und Überredungskünste sind. So konnte es schon vorkommen, dass die eine oder andere Resolution unserer Schüler von Ländern unterstützt wurde, die sich in Wirklichkeit ganz sicher nicht auf die Seite Irans oder Afghanistans schlagen würden.

Eine wesentlich stressfreiere Art Lernen war angesagt, als auf Vermittlung von Herrn Karl Brenner die Schüler der 10. Klassen im April einen der schon legendären Diamultivisionsvorträge von Herrn Treiblmeier genießen konnten. Die Schüler erlebten eine Reise entlang der Ostküste der USA mit den Neuenglandstaaten, über Washington D.C. und den Rocky Mountains mit den Geysiren des Yellowstone Nationalparks bis hin zur Küste des pazifischen Ozeans mit den Städten Seattle, San Francisco und Los Angeles. Genuss pur – mitten im Schulalltag!

Den Schulalltag am Maristengymnasium Fürstenzell erlebt haben schließlich gegen Ende des Schuljahres drei Wochen lang zwölf Schülerinnen und Schüler aus Irland unter der Leitung von Frau Marianne Löhr und Linda Ward. Dieser Aufenthalt ist ein Stipendium für Schüler mit besonderen Verdiensten in der deutschen Sprache, gefördert vom Pädagogischen Austauschdienst der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der BRD. Natürlich war Schule nicht alles. Auch Fahrten z.B. nach München, Regensburg und Wien standen auf dem Programm. Der wichtigste Aspekt ist jedoch das Leben in und mit einer Gastfamilie, das Kennenlernen von Traditionen und „der anderen Kultur“. Schon so manche großartige und lang anhaltende Freundschaft ist auf diese Weise entstanden.

Die SchülerInnen der Jahrgangsstufen 9 und 10 erlebten während der Projekttage des MGF jeweils eine englischsprachige Vorführung der Filme "Unmade Beds“ bzw. "Slumdog Millionaire“ in den Sälen der Filmgalerie Bad Füssing.
Die Vorstellungen fanden im Rahmen der vom Deutschen Filminstitut/Filmmuseum initiierten Reihe "British School Film Festival“ statt, und wurden von Frau Wieland und Herrn Göschl mit englischsprachiger Einführung begleitet - eine gelungene Abrundung der Lerninhalte in Englisch, wie alle Beteiligten fanden.
Die Teilnahme ist auch für das aktuelle Schuljahr wieder angedacht, Vorabinformationen zur Filmreihe sind unter www.deutsches-filminstitut.de zu finden.

Rupert Forst


Zurück zur Englisch-Seite. Weitere Informationen zu Model United Nations und Fachschaftsnachrichten.