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Country, Pop und Selbstverfasstes

Schüler verabschieden Musiklehrerin Lina vom Berg mit selbst verfasstem Lied in den Mutterschutz

Von Maria Pletter
Fürstenzell. Auf der Fahrt zum Frühlingskonzert hatte es in Strömen gegossen, aber das passte ganz gut zu "I′m singing in the rain", das Quirin Donath am Klavier spielte und damit den Unterstufenchor unter Leitung von Bernd-Michael Tack begleitete. Der dirigierte ebenso die Lieder des Oberstufenchors: alte Volksweisen wie Pop- und Countrysongs, hervorragend einstudiert.
So sind das die Besucher gewohnt, welche sich alljährlich aufs Frühlingskonzert des Maristengymnasiums freuen. Ganz voll präsentierte sich auch heuer wieder die Aula, wo Schulleiter Dr. Roland Feucht nicht allein seiner Zufriedenheit angesichts des regen und hochwertigen Musiklebens an der Schule Ausdruck verlieh, sondern auch sein Bedauern bezüglich des "Aderlasses" kundtat, den der Abschied eines jeden Abiturjahrgangs immer wieder für die schule bedeute.
"Schöne Jahre haben wir verbracht, dabei auch viel gelacht, denn schaut, die Frau vom Berg, bekommt 'nen kleinen Zwerg", hieß es im von den Schülern verfassten "Abschiedslied" an die junge Musiklehr Lina vom Berg, die in den Mutterschutz geht. Nicht allein ihr Dirigat habe "Hand und Fuß" besessen, vielmehr werde sie demnächst auch etwas zur Welt bringen, das "Hand und Fuß hat", prognostizierte Dr. Feucht.
Ihr Nachfolger, der an diesem Abend, so Ingrid Ohly, "einen guten Einstand" gab, ist seit Mitte April ein neuer Musiklehrer, Dr. Martin Limmer. Nicht nur den begleitete der Saal mit Beifall zur Bühne, sondern auch Hausmeister Martin Frankenberger, der an diesem Tag seinen vierzigsten Geburtstag feierte.
Feierlich und getragen von schweren Inhalten alter Volksweisen, so eröffnete auch der Oberstufenchor den Konzertabend. Denn neben Pop und Country, neben dem immergrünen "Blue Moon", standen Matthias Claudius, "Der Mond ist aufgegangen" und "Kein schöner Land" auf dem Programm. Auch Romantik hatte man mit ins Programm genommen: Der Chor stimmte den berührenden Eichendorff-Text "Abschied vom Walde", vertont von Mendelssohn, an. Er tat dies ernsthaft und großartig, klar und schön klangen die Stimmen, ausgezeichnet die Artikulation.
Artikulation und Seele hatten auch damals gestimmt, als die Beatles befanden "Let it be". Nicht ahnen konnten sie allerdings, dass dieses Stück die jungen Menschen bei Schulkonzerten noch nach Jahrzehnten im Repertoire führen würden.
Das hatte man heuer in Fürstenzell aufgeteilt: Gesang in der ersten Hälfte, Instrumentalmusik nach der Pause. Auch Stubenmusik erfreute, Quartett zur Gitarre, Melodien aus dem Allgäu, dem Bayerwald. Weit entferntere Lande hingegen thematisierte das Kammerorchester, spielte Filmmusiken jener Gegenden, aus denen die Simpsons kommen, wo James Bond zu Hause ist. Und aus Uruquay erklang ein Tango, "La Cum-parsita", Komposition von Matos Rodriguez. Das herausragende, renommierte Saxofonquartett, beliebt und preisgekrönt, brachte ihn unter viel Beifall zur Aufführung.
Die Jazzband "Wet′n′Easy" intonierte Irvin Berlin, spielte Jerry Grays "Perfidia". Doch nicht perfide, sondern rein und geläutert präsentiert sich die "heilige Hetäre Thais". Deren legendäre "Meditation" des französischen Komponisten Jules Massenet spielte (am Klavier begleitet von Firmian Drost) Katja Maderer hinreißend auf der Violine, ein großer Höhepunkt des Konzerts. Entzückt lauschten die Leute im Saal.
Ein Leben, aus Phantasie und Sehnsüchten geboren, erwartete das Publikum ebenso in Edvard Griegs stimmungsschwangerer Peer Gynt-Suite "mystische Morgenstimmung", die Aura Skandinaviens.
Aus dem Rottal hingeg stammt möglicherweise - mit Heiterkeit aus dem Publikum honoriert - jenes Gstanzl, das Marco Striedl aus der achten Klasse treuherzig inszenierte: "Mei Lehrer hoit Henna, mei Lehrer hoit Kiah, Mei Lehrer hoit ois, oba s′Mei hoit a nia...".

Aus "PNP" vom 25.4.2015

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