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Ein Hauch vom Reich der Mitte - mitten in Fürstenzell

Frau Zao. Wie sie wohl aussieht? Was sie wohl anhaben wird? Wie sie wohl sprechen wird? Fragen über Fragen, die wir uns vor dem Vortrag der jungen Chinesin stellten. Über das, was sie uns letztendlich erzählt hat, werde ich hier das ein oder andere schreiben.
Zunächst erhielten wir einen umfangreichen Eindruck der chinesischen Esskultur, insbesondere in Bezug auf das chinesische Neujahr, welches zum Zeitpunkt des Vortrags kurz bevorstand. Am 31. Januar 2014 wurde das Jahr des Pferdes eingeläutet und in diesem Rahmen konnten wir uns ein gutes Bild der alten Bräuchen im Reich der Mitte machen. Beispielsweise dürfen die Chinesen laut ihrer Tradition an Neujahr nicht kochen, es muss also - wie in so vielen Kulturen - vor dem Festtag einiges zubereitet werden. Und die chinesische Küche hat weit mehr zu bieten als Frühlingsrollen und Glückskekse, da gibt es viel vorzubereiten.
Wer hätte denn zum Beispiel Maultaschen erwartet? Gut, wenn man bedenkt, dass die Nudel im Reich der Mitte erfunden wurde, klingt das eigentlich gar nicht so weit hergeholt. Oder süße Klebreisklößchen (Ja, es heißt wirklich "Klebreisklößchen"!) als Nachtisch. Natürlich kennt man den Reis auch als typisch asiatisches Grundnahrungsmittel, aber während der Durchschnittseuropäer noch vergeblich versucht, gekochten Basmati-Reis mit Stäbchen zu essen, haben die Chinesen schon die verschiedensten Delikatessen aus den weichen, klebrigen Körnern gezaubert.
Aber es ging nicht nur ums Essen. Auch die Symbolik in China wurde uns näher gebracht. An was denken wir Europäer beispielsweise, wenn wir von Drachen hören? An riesige Ungeheuer, die Jungfrauen rauben und Königreiche verwüsten und die von tapferen Rittern in glänzenden Rüstungen niedergestreckt werden müssen. Nicht so die Chinesen. Bei ihnen sind Drachen Symbol für Glück und Stärke, die Kaiser behaupteten sogar, von Drachen abzustammen. Doch nicht nur Fabelwesen waren Zeichen der kaiserlichen Macht. Auch die Farbe Gelb hatte eine wichtige Bedeutung, sie war allein den Kaisern vorbehalten und gehörte neben den Drachen zu den wichtigsten Symbolen der Macht der chinesischen Kaiser.
Dann folgten einige Ausführungen über die chinesische Vergangenheit und die verschiedenen Dynastien. Das war zum Zuhören zwar sehr interessant, aber hier alles noch einmal ausführlich darzulegen, wäre wohl wenig unterhaltsam.
Was uns allerdings zutiefst beeindruckt hat waren die großen Bildrollen, die uns die unglaublichen Zeichenkünste chinesischer Maler näher brachten. Riesige Bilder von Tigern, wahnsinnig detailliert, jedes einzelne Fellhaar war zu erkennen und die Augen des Königs der Tiere schienen einen angriffslustig zu beobachten. Und auch ein schönes Landschaftsgemälde konnten wir bestaunen, als Frau Zao es mit Hilfe eines Schülers entrollte und quasi die ganze Stirnseite des Klassenzimmers damit bedeckte. Ihre Namen druckten die offenbar schreibfaulen Maler übrigens mit einem Stempel und roter Farbe auf ihr Kunstwerke.
Für uns auch sehr interessant waren auch die Informationen über die chinesischen Schulen. Wie bei uns gelten dort nämlich neun Jahre Schulpflicht, allerdings müssen die kleinen Chinesen schon um sechs Uhr anwesend sein, um an der verpflichtenden Morgengymnastik teilzunehmen (hoffentlich erfährt das Kultusministerium das nie!). Und dann kommen die Kinder erst um fünf Uhr nach Hause, ein entspannter Schulalltag sieht anders aus...
In China wird im übrigen auch sehr viel Wert auf Mathematik und ganz allgemein auf Naturwissenschaften gelegt, was wohl einiges mit der kommunistischen Vergangenheit zu tun hat. Apropos Kommunismus: Auf die Frage, wie es denn mit der Pressefreiheit im modernen China aussehe, antwortete Frau Zao mit der Aussage: „Nicht so frei...“ und einem charmanten Lächeln.
In diesem Sinne möchte ich mich auch im Namen der ganzen Klasse bei Frau Zao dafür bedanken, dass sie uns einen kleinen, feinen Einblick in das ferne China gegeben hat.

Oliver Steffens, 10a

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