Junge Imker zeigen ihr Können am Maristengymnasium  

Bayerischer Jungimkerwettbewerb 2026 in Fürstenzell – Theorie, Praxis und viel Begeisterung für die Biene 

„Der Frühling erwacht, die Bienen sind wieder unterwegs.“ Mit diesen Worten eröffnete Fürstenzells Bürgermeister Manfred Hammer den Bayerischen Jungimkerwettbewerb 2026 am Maristengymnasium Fürstenzell (MGF). Als wichtige Bestäuber sichern Bienen nicht nur die Vielfalt der Pflanzenwelt, sondern auch einen großen Teil unserer Lebensmittel. Umso wichtiger ist es, dass sich junge Menschen für Imkerei und Bienenschutz begeistern und einsetzen. 

Auch die Schulleitung des MGF, vertreten durch Bernhard Dorfner, würdigte das Engagement der jungen Imker. Ein besonderer Dank ging dabei auch an die Ausrichter Karin Hölzlwimmer, Simon Fischer und Klaus Brunhuber, die die Imkerarbeit an der Schule das ganze Jahr über betreuen. Unterstützt werden sie dabei von zahlreichen Schülern des Wahl- und Profilfachs Bienenkunde. Das Filmteam des Maristengymnasiums begleitete die Veranstaltung und hielt die Eindrücke des Wettbewerbs fest. „Solche Initiativen zeigen, wie wichtig die Begeisterung junger Menschen ist, um das ‚fleißige Bienchen‘ auch in Zukunft zu unterstützen“, betonte Dorfner. 

Zu den weiteren Gästen zählte unter anderem Klaus Schachtner, Vorsitzender des Kreisverbandes der Imker im Landkreis Passau. Die Organisation der Prüfungen lag in den Händen von Jugendobmann Alexander Hirschmann-Titz, unterstützt von Mitgliedern des Bienenzuchtvereins Sulzbach-Rosenberg. Auch der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Bayerischer Imker (LVBI), Rainer Holzapfel, sowie der Vertreter des oberösterreichischen Landesverbandes, Jakob Zöchbauer, begleiteten den Wettbewerb. Besonders begrüßen konnte das MGF an diesem Tag auch die ehemalige Schülerin Juliane Kreuzhuber, die nicht zuletzt aufgrund ihrer Erfahrungen beim IMYB (International Meeting of Young Beekeepers) nun als Prüferin auf der anderen Seite des Klassenzimmers stand. Sie steht als Beweis dafür, wie eine Neigungsgruppe an der Schule Grundsteine für zukünftiges Engagement legen kann. 

Insgesamt stellten sich 23 Jugendliche der Herausforderung. Vertreten waren unter anderem das Herzog-Christian-August-Gymnasium Sulzbach-Rosenberg, das Robert-Schuman-Gymnasium Cham, das Max-Planck-Gymnasium München, die Walter-Höllerer-Realschule Sulzbach-Rosenberg, die Realschule Lauf an der Pegnitz sowie der Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg. Für den Ausrichter, das Maristengymnasium Fürstenzell, gingen Sophie Herzog (12) und Leo Fischer (15) an den Start. 

Der Wettbewerb gliederte sich in zwei große Prüfungsteile: eine theoretische Prüfung sowie mehrere praktische Stationen. Dabei mussten die Teilnehmer ihr umfassendes Wissen rund um die Honigbiene unter Beweis stellen. 

So galt es zum Beispiel, fünf verschiedene Honigsorten anhand von Geschmack, Geruch, Konsistenz und Farbe zu bestimmen – schließlich muss ein Imker sein Produkt auch kennen. 

Doch nicht nur das Endprodukt, sondern vor allem das Tier selbst standen im Mittelpunkt. Anhand eines Modells erklärten die Jugendlichen die Anatomie der Biene und die Funktionen der einzelnen Körperteile. Auch das Wissen über das soziale Leben im Bienenvolk wurde geprüft: Anhand einer sogenannten Fotobeute mussten die Teilnehmer den Zustand eines Bienenvolkes beurteilen – etwa wie stark eine Wabe mit Honig gefüllt ist, ob Brut vorhanden ist oder ob Hinweise auf Krankheiten erkennbar sind. 

Denn auch Krankheiten gehören zum grundlegenden Wissen eines Imkers: Wie erkennt man zum Beispiel die Amerikanische Faulbrut und welche Maßnahmen dagegen sind notwendig? Ein wichtiger Hinweis auch für Verbraucher: Honiggläser sollten stets ausgespült werden, bevor sie entsorgt werden, damit sich mögliche Krankheitssporen nicht verbreiten können. 

Eine weitere Station widmete sich den Werkzeugen der Imkerei. Hier mussten die Teilnehmer Geräte wie Entdeckelungsgabel oder Smoker erkennen und deren Einsatz erklären. Der Smoker zum Beispiel erzeugt Rauch, der die Bienen beruhigt und dem Imker ein sicheres Arbeiten am Volk ermöglicht.  

Auch Fragen zur Bienenzucht gehörten zum Wettbewerb, etwa wann der Imker eingreifen sollte oder wie sich eine leistungsfähige und friedliche Königin züchten lässt. 

Am späten Nachmittag stand schließlich das Ergebnis fest: Bei der Teamwertung setzte sich das Team des Max-Planck-Gymnasiums gegen starke Konkurrenz durch und sicherte sich den ersten Platz. Den zweiten Platz belegten die Schüler der Walter-Höllerer-Realschule, gefolgt vom Team des Herzog-Christian-August-Gymnasiums auf dem dritten Rang. 

Für die drei Erstplatzierten in der Einzelwertung geht es nun weiter zur Deutschen Meisterschaft. Oskar Dahms (Max-Planck Gymnasium) ging als Sieger aus dem Wettkampf hervor, Jakob Peter (Walter-Höllerer Realschule) erzielte den zweiten und Joel ter Heide (Max-Planck Gymnasiums) den dritten Platz. Dort haben sie die Chance, sich für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, bei dem jeweils drei Jugendliche ihr Land vertreten. 

Der Vorentscheid in Fürstenzell zeigte, wie viel Wissen, Engagement und Begeisterung junge Menschen bereits für die Imkerei mitbringen. Veranstaltungen wie der Bayerische Jungimkerwettbewerb leisten damit einen wichtigen Beitrag, Jugendliche zusammenzubringen, den Austausch zu fördern und die Leidenschaft für die Biene weiterzugeben. Denn „wer die Biene nicht ehrt, ist des Honig’s nicht wert!“ 

Katharina Zauner 

Bildunterschriften 

Siegerehrung: v.l. Rainer Holzapfel (Vizepräsident des LVBI), Alexander Hirschmann-Titz (Jugendobmann des LVBI) und die Siegerteams 

Gesamtfoto: Zahlreiche Schüler und Vereinsmitglieder stellten sich der Herausforderung des Bayerischen Jungimkerwettbewerbs 2026. 

Prüfung: Bei verschiedenen praktischen Prüfungen mussten sich die Teilnehmer Fragen rund um die Biene und die Imkerei unterziehen. 

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