Leben, Tod und Berufung: Bestatter Meister Schröppel am MGF

17 Dezember, 2025

Der letzte Schultag vor den Herbstferien verlief für die zehnte Jahrgangsstufe des Maristengymnasiums Fürstenzell anders als gewöhnlich – an diesem Tag stand kein Mathetest oder Deutschaufsatz auf dem Plan, sondern der Besuch des Bestatter-Meisters Werner Schröppel.

Gleich zu Beginn erzählte Herr Schröppel eine sehr bewegende Geschichte aus seinem Berufsalltag: Vor einigen Jahren betreute er die Bestattung einer 19-jährigen jungen Frau, die bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen war. Entgegen allen Erwartungen gelang es ihm, der Familie ein letztes Abschiednehmen zu ermöglichen, indem er den leblosen Körper mit großer Sorgfalt zur Aufbahrung vorbereitete, sodass ein friedvolles Wiedersehen möglich wurde. Diese Erzählung diente als Einstieg in einen Vortrag, der viele der Zuhörer zum Nachdenken brachte.

Der Bestatter, ein erfahrener Meister seines Fachs, erzählte offen von seinem Beruf, der für viele Menschen noch immer ein Tabuthema ist. Werbung brauche er keine, meinte er mit einem verhaltenen Lächeln – die Menschen fänden ihn leider von selbst. Allerdings gebe es in Deutschland und Europa nur sehr wenige Bestatter-Meister.

Ferner klärte er darüber auf, dass eine Beerdigung im Durchschnitt zwischen 3.000 und 5.000 Euro koste und man sich entscheiden müsste, zwischen einer Erd- oder Feuerbestattung. Letztere ist meist etwas günstiger. Auch über das Bestattungsrecht erfuhr die Schülergruppe einiges – zum Beispiel, dass in Deutschland Friedhofspflicht besteht, also Verstorbene grundsätzlich auf einem Friedhof beigesetzt werden müssen. Allerdings gibt es mittlerweile Ausnahmen, beispielsweise sogenannte Naturfriedhöfe.

Für einen noch tieferen Einblick zeigte er einen Bericht über ein heftiges Erdbeben, das die Bevölkerung der Türkei im Jahr 2023 schwer getroffen hat. Hierbei gab es mehrere Tausend Tote zu beklagen, und die Organisation (DeathCare Germany) machte es sich zur Aufgabe, dort freiwillig zu helfen. Herr Schröppel gehört ebendieser an.

Zum Abschluss gab es eine offene Fragerunde, in der all das angesprochen werden konnte, was die Schüler interessierte oder beschäftigte. Von „Wie sieht eigentlich ein typischer Arbeitstag aus?“ bis hin zu „Wie hält man das emotional aus?“ – der Bestatter beantwortete jede Frage geduldig und ehrlich. Ein Thema, das viele besonders bewegte, war der Umgang mit Fällen von Suizid. Sehr respektvoll und sensibel sprach Herr Schröppel dabei über seine Erfahrungen.

Der Besuch war für viele eine neue Erfahrung und hat die Denkweise auf den Beruf „Bestatter“ erweitert, vielleicht auch verändert. Er hat gezeigt, dass der Tod zwar ein schweres, aber zugleich wichtiges Thema ist, über das man reden sollte – mit Respekt, Offenheit und manchmal vielleicht sogar einem pietätvollen Lächeln.

Geschrieben von Eva Leimbruckner; Klasse 10c

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