Opernzauber für Groß und Klein: Märchenkonzert vereint ehemalige und aktuelle Orchestermitglieder des Maristengymnasiums  

„Kennt ihr denn das Märchen von Hänsel und Gretel?“ – Kaum hatte Lehrer Alois Pribil diese Frage in den Raum gestellt, hallte ihm aus dem Publikum ein begeistertes, vielstimmiges „Ja!“ entgegen. Beste Voraussetzungen also für das Märchenkonzert am Maristengymnasium Fürstenzell, das gerade auch den jüngsten Zuhörern einen Zugang zur Welt der Oper eröffnen sollte. 

Es ist bereits Tradition geworden: Einmal im Jahr kehren ehemalige Orchestermitglieder zurück, nehmen weite Wege von Studien- und Arbeitsorten auf sich und musizieren gemeinsam mit den aktuellen Orchestermitgliedern. So entstand auch diesmal ein generationenübergreifendes Ensemble, das in der Aula des MGF eine musikalische Märchenwelt zum Leben erweckte. 

Unter der Leitung von Musiklehrerin Lina vom Berg erklangen Motive aus der Orchestersuite zu Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck. Die romantisch-märchenhafte Musik wurde in eine lebendige Erzählung eingebettet: Sprecher Alois Pribil führte das Publikum entlang der Handlung des bekannten Märchens, dessen Opernlibretto Humperdincks Schwester Adelheid Wette nach Motiven der Brüder Grimm verfasst hatte. 

Gemeinsam mit Hänsel und Gretel begaben sich die Zuhörer in den düsteren Märchenwald. Während der Märchenerzähler durch die Geschichte führte, wurden zentrale Szenen musikalisch lebendig: Drei ehemalige Schülerinnen übernahmen die Solopartien und beeindruckten mit ausdrucksstarkem Gesang. Lena Kilger als Hänsel, Johanna Krompaß als Gretel und Maria Sonnleitner als Vater und Sandmännchen ließen mit ihren kraftvollen, aber zugleich warmen Stimmen die Märchenfiguren lebendig werden und fesselten das Publikum. 

„Eigentlich ja keine schöne Geschichte“, bemerkte Pribil augenzwinkernd, schließlich werden zwei Kinder im Wald ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen. Doch gemeinsam mit den Klängen des Orchesters, dem Gesang der Solistinnen und der erzählerischen Begleitung gelang es natürlich auch diesmal, die böse Hexe zu überlisten. 

Das Märchen endete mit dem ersehnten Happy End – und auch musikalisch war der Nachmittag ein voller Erfolg. Die Resonanz fiel eindeutig aus: „Diese Darbietung gehört eigentlich auf die große Bühne“, war aus den Reihen des Publikums zu hören. 

Besonders beeindruckend war dabei die Professionalität des Schulorchesters. Trotz begrenzter gemeinsamer Proben – schließlich sind viele ehemalige Schüler inzwischen über ganz Deutschland und darüber hinaus verteilt – überzeugten die Musiker mit großer Sicherheit und musikalischer Ausdruckskraft. 

Dabei entfaltete die Musik Humperdincks ihre ganze Wirkung: Der Gesang zeichnete Charaktere und Emotionen nach, farbenreiche Orchesterklänge malten die Märchenbilder aus, während die bekannte Geschichte der Handlung einen vertrauten Rahmen verliehen. So verband sich die kindliche Märchenwelt mit orchestraler Klangfülle zu einem Erlebnis, das Groß und Klein gleichermaßen in seinen Bann zog. Ein Zeichen dafür, dass die kindgerechte Aufbereitung der Oper ihr Ziel erreichte. 

Am Ende blieb vor allem eines spürbar: die besondere Atmosphäre des gemeinsamen Musizierens über Altersgrenzen hinweg. Dirigentin Lina vom Berg brachte es auf den Punkt: „Es ist schön, zusammen Musik zu machen.“ zau