Fürstenzell. Während draußen die Temperaturen sanken, wurde es in der Aula des Maristengymnasiums Fürstenzell umso wärmer – nicht nur dank der gut gefüllten Sitzreihen, sondern vor allem durch die Musik. Bereits zum 19. Mal hatte das MGF zu seinem traditionellen Benefizkonzert eingeladen und bewies erneut, dass diese Veranstaltung seit Jahren ein gelungenes Zusammenspiel aus musikalischem Engagement und sozialer Verantwortung ist.
Seit 2007 fließen nämlich die Erlöse des Konzerts an das Kinderstraßenprojekt „Turma do Flau“ in Recife (Brasilien). Die von katholischen Ordensschwestern und ehrenamtlichen Helfern gegründete Einrichtung bietet Kindern aus den Elendsvierteln Schutz, warme Mahlzeiten sowie Unterricht in grundlegenden Fächern – und damit vor allem eine Perspektive jenseits des Lebens auf der Straße.
Um dieses Projekt zu unterstützen, verwandelte sich die Aula auch in diesem Jahr in einen Ort musikalischer Vielfalt. Schulleiter Dr. Roland Feucht sprach in seiner Begrüßung treffend von einer „Rallye durch unterschiedlichste Musikstücke“. Eine klare Linie war jedoch erkennbar: musikalische Begabung – und der Mut, sie vor Publikum zu zeigen.
Charakteristisch für das Benefizkonzert des MGF ist die enge Verzahnung von Unterricht, Neigungsgruppen und persönlicher Initiative. Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen standen Seite an Seite auf der Bühne, musizierten gemeinsam, lernten voneinander und trugen doch jeweils ihre ganz eigene Note bei. Während kleinere Imperfektionen der jüngeren Anfänger dem Abend Charme verliehen, beeindruckten die Auftritte der Fortgeschrittenen durch Sicherheit und Ausdruck. Altersgrenzen spielten keine Rolle – Musik wurde hier zur gemeinsamen Sprache.
Sanfte Klänge von Streichinstrumenten, Flöten und Klavier sorgten für Momente der Herzenswärme: etwa mit Patrick Watsons „Je te laisserai des mots“ oder dem „Andante“ von Domenico Dragonetti. Staunen löste ein Quartett am Klavier aus, als vier Schülerinnen gleichzeitig Albert Lavignacs Stück „Galop-marche à 8 mains“ aufspielten. Nicht minder schwungvoll zeigten sich die Bläserensembles: Von Scott Joplins „The Entertainer“ bis hin zum legendären James-Bond-Theme von Monty Norman erstreckte sich das Repertoire.
Auf der einen Seite sorgten eindrucksvolle Gesangseinlagen für besondere Gänsehautmomente, unter anderem mit Adeles Ballade „Make You Feel My Love“. Auf der anderen Seite wurde den Zuhörern mit Klängen aus dem Musical „Mamma Mia“ eingeheizt.
Ein unerwarteter Höhepunkt des Abends war das eigens von einem Q12-Kurs komponierte und getextete Stück „Schafkopf“. In Lederhose und mit schauspielerischer „Schafkopf-Einlage“ traten Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Lehrkräften auf. Humor, Kreativität und Heimatbezug sorgten für lautes Gelächter und lang anhaltenden Applaus.
Besonders berührend und ein sichtbares Zeichen für eine lebendige Schulfamilie waren die gemeinsamen Auftritte von Eltern und Kindern. Beim Vater-Sohn-Ensemble zu George Gershwins Medley „I Got Rhythm“ an der Gitarre beispielsweise sprach der Titel für sich.
So endete der Abend nicht nur mit Musik im Ohr, sondern mit der Gewissheit, dass Engagement – wenn es auf Talent, Gemeinschaft und Begeisterung trifft – weit über den Konzertsaal hinaus wirkt.
Katharina Zauner















































